Das Programm
09:15
Einlass
- | Wandelhalle |
10:00
Eröffnung
- | Sitzungssaal | Deutsch
- Linda Gernitz: Eröffnung durch Moderatorin
- Dr. Beate Ginzel (Referat Digitale Stadt, Stadt Leipzig): Grußwort der Stadt Leipzig
- Prof. Dr. Eva Inés Obergfell (Universität Leipzig): Grußwort der Universität Leipzig
10:45
Keynote
- | Sitzungssaal | Deutsch
Keynote: Der Durkheim-Test: Wie nah kommen uns die Algorithmen der Künstlichen Intelligenz?
Vita
Professor Dr. Dirk Baecker war bis 2025 Seniorprofessor für Organisations- und Gesellschaftstheorie an der Zeppelin Universität in Friedrishafen am Bodensee. Nach dem Studium der Soziologie und Nationalökonomie in Köln und Paris promovierte und habilitierte er an der Universität Bielefeld. Seit 1996 lehrte er Soziologie an der Universität Witten/Herdecke und an der Zeppelin Universität. Seine Arbeitsschwerpunkte sind soziologische Theorie, Kulturtheorie und die „nächste Gesellschaft“ der elektonischen Medien. Zu diesem Thema erschienen: Studien zur nächsten Gesellschaft (Suhrkamp, 2007), 4.0 oder die Lücke die der Rechner lässt (Merve, 2018) und Digitalisierung (Suhrkamp, 2026). Internet: dirkbaecker.de.
Professor Dirk Baecker eröffnet mit seiner Keynote zur Data Week einen grundlegenden Blick auf das Verhältnis von Mensch und Maschine im Zeitalter der Digitalisierung. Im Zentrum steht dabei nicht die oft bemühte Frage nach der Ablösung von Mühsal oder menschlicher Fehlerhaftigkeit durch Technik, sondern die wachsende Fähigkeit digitaler Systeme, sich kooperativ bzw. kommunikativ in menschliche Interaktionen einzufügen. Digitale Technologien und Künstliche Intelligenz wirken wie ein Spiegel unserer Gesellschaft – und zeigen zugleich, wie schwer es uns manchmal fällt, uns darin wiederzuerkennen. Wie kommunizieren wir sinnvoll mit Maschinen? Wie viel Nähe ist produktiv, wie viel Abstand notwendig? Und wie viel Kopplung zwischen Mensch und digitalem System verträgt eine Digitale Stadt? Die Keynote geht diesen Fragen nach und beleuchtet, welche Muster menschlicher Interaktion – insbesondere im urbanen Raum – durch die Digitalisierung sichtbar werden. Sie lädt dazu ein, neu zu denken, welche Form von Digitalisierung unsere Gesellschaft braucht.
11:30
Mittagessen
- | Wandelhalle |
Poster und Stände
12:30
Podium: Zunftsstaat
- | Sitzungssaal | Deutsch
Dr. Beate Ginzel
(Referat Digitale Stadt, Stadt Leipzig)
Re:Form ist eine neue „Allianz für den Staat von morgen” und bringt Digitalisierung- bzw. Verwaltungspionier:innen aus Bund, Ländern und Kommunen zusammen. Die Ansätze für ein neues Staatsverständnis werden im Rahmen der Dataweek nach Leipzig getragen.
14:00
Pause
- | Wandelhalle |
Poster und Stände
14:30
Digitale Lebenszyklen von Daten: Verwaltung, Archivierung und KI-gestützte Erschließung
- | Sitzungssaal | Deutsch
Chair:
Linda Gernitz
Die Session beleuchtet den digitalen Lebenszyklus öffentlicher Informationen von der Entstehung über die gesetzeskonforme Aufbewahrung bis zur langfristigen Archivierung und Nachnutzung als offene Daten. Am Praxisbeispiel der Stadtverwaltung Leipzig werden aktuelle Umsetzungsstände, technische und rechtliche Rahmenbedingungen sowie strategische Entwicklungsziele der digitalen Verwaltung vorgestellt. Ergänzend präsentieren Forschende neue frei verfügbare Datensätze zur automatischen Erkennung handgeschriebener deutscher Texte (veröffentlicht über Zenodo) und zeigen, wie moderne KI-Modelle zur Erschließung analoger Informationen in industriellen und administrativen Kontexten beitragen. Den übergeordneten europäischen Rahmen bildet das Projekt EOSC EDEN, das Strategien zur digitalen Langzeitarchivierung und Datenverfügbarkeit stärkt. Die Session verbindet Governance, Technologie und Praxis und lädt zur interdisziplinären Diskussion über zukünftige Infrastrukturen und Nutzungsperspektiven ein.
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Michael Blosfeld (Amt für Digitalisierung und Organisation, Stadt Leipzig): Archivierung von morgen – der Datenlifecycle in der öffentlichen Verwaltung
Die Akten und Informationen der öffentlichen Verwaltung durchlaufen einen komplexen Lebenszyklus, der von der Datenanlage bis zur Löschung bzw. Archivierung gesetzlich geregelt ist und seit vielen Jahren praktisch gelebt wird. Doch wie übertragen sich die gesetzlichen Vorgaben die den digitalen Lebenszyklus begründen auf die digitale Verwaltung? Ziel einer elektronischen Archivierung ist in diesem Zusammenhang immer die Generierung offener Daten. Im Rahmen der Veranstaltung, deren Format einen fließenden Übergang zwischen Vortrags- und Workshopcharakter besitzt, sollen Ist-Stände und Entwicklungsziele am Beispiel der Leipziger Stadtverwaltung anschaulich dargestellt werden. Gegenstand der Präsentation ist explizit auch die Benennung von limitierenden Rahmenbedingungen wie gesetzlichen Vorgaben, Kapazitäten, Schnittstellenentwicklungen und Erwartungshaltungen. Im Anschluss soll eine fachübergreifende und ergebnisoffene Diskussion über Ausblicke, Erwartungshaltungen und Zukunftsvisionen die Veranstaltungen abrunden und beschließen.
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Dr. Thomas Burghardt (ScaDS.AI Dresden/Leipzig und Universität Leipzig): Moderne OCR-Methoden für Handschriften und Etiketten im deutschsprachigen Kontext
Handgeschriebene Texte begegnen uns nicht nur in historischen Archiven, sondern auch im modernen industriellen Alltag – etwa auf Etiketten, Formularen oder Protokollen. Ihre automatische Erkennung stellt die Datenwissenschaft jedoch vor besondere Herausforderungen, insbesondere im deutschsprachigen Raum, wo frei verfügbare, vielfältige Handschriftendatensätze selten sind. In diesem Vortrag stellen wir zwei neue, öffentlich zugängliche Datensätze vor, die aus 852 handgeschriebenen deutschen Seiten entstanden sind. Beide Datensätze wurden auf Zenodo veröffentlicht und stehen Forschenden aus Sprachwissenschaft, Informatik und angrenzenden Disziplinen offen zur Verfügung. Der Vortrag zeigt, wie OCR-Modelle erfolgreich auf reale Anwendungsfälle übertragen werden können. Der Beitrag verbindet offene Daten, moderne KI-Methoden und konkrete industrielle Nutzungsszenarien – und zeigt, wie Handschriftenerkennung heute sowohl Forschung als auch Praxis voranbringen kann.
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Micky Lindlar (Technische Informationsbibliothek (TIB)): Das EOSC EDEN Re-Use Fitness Framework: Was, wie, für wen und warum archivieren?
Digitale Daten sind omnipräsent. In der Forschung bilden sie gleichermaßen oft Input und Output für und von Prozessen. Aber kann und soll diese stetig anwachsende Datenmenge ewig aufbewahrt werden? Wer entscheidet basierend auf welchen Kriterien welche Daten aufbewahrt und verfügbar gemacht werden? Und welche Prozesse benötigt es, um eine dauerhafte Archivierung zu gewährleisten? Das EU gefördert Projekt EOSC EDEN (European Open Science Cloud - Enhancing Digital Preservation Strategies at European and National Level) entwickelt ein Framework zur Unterstützung von Identifikationsprozessen von Daten für die Langzeitarchivierung. Der Vortrag bietet einen Einstieg in die Herausforderungen der digitalen Langzeitarchivierung von Forschungsdaten und fasst Ziele und bisherige Ergebnisse des Projekts EOSC EDEN zusammen.